Teufel blickt zurück zu den Anfängen - 5.10.16

Der CDU-Kreisvorsitzende Josef Rief (links) bedankte sich bei Festredner Erwin Teufel.  sz-foto: Josef Aßfalg

Festrede des ehemaligen Ministerpräsidenten bildet Höhepunkt des CDU-Festakts

Von Josef Aßfalg

Reute - Die "staatsmännische Rede" des ehemaligen Ministerpräsidenten Erwin Teufel ist der Höhepunkt des Festakts zum 70-jährigen Bestehen des CDU-Kreisverbands in der Festhalle in Reute gewesen. Einen weiteren Schwerpunkt bildete der Abschied des langjährigen Landtagsabgeordneten Peter Schneider.

Erwin Teufel, der in seiner etwa einstündigen Festrede ohne Kritik an der politischen Konkurrenz und ohne Manuskript auskam, erntete einen lang anhaltenden Beifall der rund 180 Gäste, darunter viel Parteiprominenz. Die Gründung der CDU nach Kriegsende sei nicht unstrittig gewesen, befand der Redner. "In Freiburg wollte man eine 'Badisch Christlich-Soziale Volkspartei' gründen." In seinem Rückblick erinnerte er an die vielen Heimatvertriebenen, Evakuierten, Vermissten und Gefallenen. "Die Versorgung der Bevölkerung war eine Katastrophe", sagte Teufel und erzählte aus dieser Zeit. Deutschland habe den Krieg begonnen und war danach geächtet.

Die CDU habe sich von Anfang an dem Subsidiaritätsprinzip gestellt, wonach staatliche Aufgaben so weit wie möglich von der unteren Ebene wahrgenommen werden. Mit der Montanunion nach dem Schumann-Plan habe die Einigung Europas begonnen und daraus sei später die Europäische Union (EU) geworden. Und: Die EU sei eine Friedensunion, "wo sonst hat es 70 Jahre lang Frieden gegeben?". "Unser duales Ausbildungssystem ist das Beste, das es gibt", lobte Teufel und da habe die CDU hervorragende Arbeit geleistet.

Teufel und Rief loben Schneider
Peter Schneider zollte er Respekt für seine politische Arbeit und zählte seine Stationen als Referent beim baden-württembergischen Innenministerium, Landrat des Kreises Biberach, Mitglied des Landtags und Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg auf. In die gleiche Kerbe schlug CDU-Kreisvorsitzender Josef Rief. Schneider habe als Landrat den Landkreis mitgeprägt. Vieles habe er von seinem Vorgänger Wilfried Steuer weitergeführt und auf den Weg gebracht. "Peter Schneider war ein Kämpfer für den Landkreis auf allen Ebenen", so Rief.

Er habe sich auf die CDU-Vertreter im Kreistag verlassen können, resümierte Schneider in seinen Dankesworten. "Mein Mandat und meine Zeit ist vorbei" und man müsse auch mal Schluss machen können. Er sei aber auch ein bisschen froh, denn er fühle sich in vielen Positionen von der eigenen Partei auf Bundesebene nicht immer vertreten. So halte er es für ein großes Versagen, "einen so undifferenzierten Flüchtlingszustrom nach Deutschland ohne Identitätsprüfung zuzulassen". Unter dem Applaus der Gäste kritisierte Schneider: "Die heute verheerende Geld- und Zinspolitik der EZB ist das Ergebnis einer Politik, die wir so nicht mittragen sollten." Mit Thomas Dörflinger habe der Wahlkreis einen guten Nachfolger gefunden, befand Peter Schneider und wünschte ihm viel Erfolg.

Ein Trompetentrio gab der Veranstaltung einen feierlichen Auftakt und der Frauenchor der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland rundete mit beschwingten Liedern den Abend ab. CDU-Kreisvorsitzender Josef Rief nahm die Ehrung langjähriger Mitglieder vor.


Copyright Schwäbische Zeitung
Kreisausgabe Biberach - 5.10.2016