Ehrenbürgerschaft für Franz Romer - 30.10.17

Große Ehre für zwei große Laupheimer

Musikalische Umrahmung boten der Kirchenchor St. Ulrich und der Musikverein "Rißtaler. Fotos: Axel Pries

Franz Romer erhält das Ehrenbürgerrecht - Die Bürgermedaille geht an Rudolf Pretzel

Von Axel Pries

Untersulmetingen - Eine volle Halle, musikalische Begleitung, hochrangige Ehrengäste und viel Beifall vom Publikum: In solchem Ambiente hat die Stadt Laupheim am Sonntag in Untersulmetingen zwei Männer geehrt, die "im besten Wortsinn für das Ehrenamt stehen". Das erklärte Oberbürgermeister Rainer Kapellen, ehe er Rudolf Pretzel mit der Bürgermedaille und Franz Romer mit dem Ehrenbürgerrecht auszeichnete - "zwei Semdaenger Urgesteiner, die sich ihr ganzes Leben für Politik, Vereine und Ehrenamt eingesetzt haben".

In jedem Jahr ehrt die Stadt in solchem Rahmen verdiente Bürgerinnen und Bürger, die über lange Zeit Verdienste gesammelt haben. Dass OB Kapellen dabei auch diesmal wieder im rund 300-köpfigen Publikum neben der Ehrenbürgerin Brigitte Angele, Kreis- und Gemeinderäten sowie mehreren Bürgermeister-Kollegen aus der Region auch den Bundestagsabgeordneten Josef Rief sowie den Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger begrüßen konnte, verdeutlicht den großen Stellenwert der Verleihung. Der Musikverein "Rißtaler" aus Untersulmetingen und der Kirchenchor St. Ulrich aus Obersulmetingen gaben der Veranstaltung den musikalischen Rahmen.

Rudolf Pretzel bekam die Bürgermedaille verliehen.

"Was treibt zu solchem Feuer an?", fragte der Oberbürgermeister, ehe er die Verdienste der beiden Männer aus Unter- beziehungsweise Obersulmetingen aufzählte. Scherzhaft zitierte er den großen Volksdichter Wilhelm Busch, der einst vor ehrenamtlichem Einsatz gewarnt habe, indem er dichtete: "Willst du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt dir geben." Rudolf Pretzel und Franz Romer beherzigten diesen Rat nicht, sondern waren zusammen 84 Jahre ehrenamtlich dabei: vor allem in der Kommunalpolitik, aber auch in Vereinen ihrer Heimatorte - wo sie auch heute noch aktiv sind.

Seit 1975 ist der 1950 geborene Rudolf Pretzel im Ortschaftsrat von Obersulmetingen aktiv, ist seit 1980 Mitglied im Stadtrat und seit 1999 auch Mitglied im Kreistag in Biberach. Dabei war Pretzel, so hon der OB hervor, von 1994 bis 2015 Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Gemeinderrat. Außerdem übt er seit 1991 des stellvertretenden Ortsvorstehers in Obersulmetingen aus. Dem Stadtverband der Freien Wähler gehört der Geehrte seit 1980 an - und wurde dann 2004 mit der Ehrenmedaille des Landesaverbandes ausgezeichnet.

Aber nicht nur in der Politik kennt man ihn als Aktivposten, sagte OB Kapellen: "Ihr Herz gehört auch dem SV Sulmetingen, dem Sie seit 56 Jahren angehören" - als aktiver Fußballspieler, Pressewart, Schriftführer. Legendär sei der von Rudolf Pretzel gehaltene Laufrekord übr 1500 Meter mit vier Minuten und zehn Sekunden. Was das alles bedeutet, fasste Kapellen in wenigen Worten zusammen: 4 Bürgermeister, 4 Vereinsvorstände, 4 Pfarrer, 4 Ortsvorsteher und vier Schulleiter habe der Geehrte erlebt. "Ganz schön viel!" Als ein "Mann mit Weitblick" habe er dabei stets agiert. "Sie haben das Herz am rechten Fleck und das Ohr an der Basis!", erklärte der Oberbürgermeister mit dankenden Worten auch in Richtung von dessen Ehefrau Theresia, ehe er Rudolf Pretzel die Bürgermedaille mitsamt Nadel und Urkunde überreichte und der Geehrte sich in das Goldene Buch der Stadt eintrug.

Franz Romer trägt sich in das Goldene Buch ein, beobachtet von OB Kapellen.

Um zur Geschichte von Franz Romer über zu leiten, brauchte Kapellen nur ein Dorf weiter zu ziehen: von Unter- nach Obersulmetingen, wo der Geehrte vor 75 Jahren geboren wurde, dessen Leben er mit vier Stationen überspannte: "Volksschule, Mechaniker, Betriebsrat, Bundestagsabgeordneter." Mit 42 im Amt sei er dienstältestes Mitglied im Stadtrat, dazu Ortsvorsteher und Mitglied des Ortschaftsrates. In der Zeit habe Obersulmetingen seine Bevölkerungszahl verdoppelt., hätten sich zahlreiche Firmen angesiedelt.

Große Bekanntschaft erlangte Franz Romer natürlich auch in den vielen Jahren als Bundestagsabgeordneter . Und dabei sei er nicht abgehoben, betonte das Stadtoberhaupt: "Franz Romer ist sich treu geblieben.", sagte Kapellen: "Er ist ein Mann zum Anfassen, offen für Großes und jederzeit mit einem offenen Ohr für die kleinen Anliegen." Auch Romer trug sich nach der Verleihung der Ehrenbürgerwürde in das Goldene Buch ein.

Im Publikum waren auch der Bundestagsabgeordnete Josef Rief (r.) und sein Landtagskollege Thomas Dörflinger (3.v.r.). Zwischen ihnen der Kreissparkassen-Regionaldirektor Harald Jeggle.

"Es war immer mein Ziel zu helfen." Mit diesen Worten erklärte Franz Romer selbst sein Engagement und er meinte nicht nur die Politik. Seine Arbeit im Sportverein mt jungen Leuten habe ihm aber auch "viel Auftrieb gegeben." Er denke heute gerne an seine Zeit in der großen Politik zurück - auch an die Kontakte mit hochgestellten Persönlichkeiten. Für den einstigen "Bauernbua aus Obersulmetingen" sei das etwas Besonderes gewesen. Sein Dank galt auch seiner Ehefrau Paula:. Dank an diese Adresse richtete auch Rudolf Pretzel in einem launigen Rückblick auf sein Wirken: "Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen." Und er fasste als Erkenntnis zusammen: "Ich würde es wieder so machen - das meiste!"

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Ausgabe Laupheim - 30.10.2017