Dörflinger bewirbt sich um Nominierung - 21.2.15

Der dritte parteiinterne Bewerber: Thomas Dörflinger würde gern für die CDU im Wahlkreis Biberach in den Landtagswahlkampf ziehen. Foto: privat

Thomas Dörflinger will Schneiders Erbe antreten
Der Ummendorfer bewirbt sich um die Nominierung als CDU-Landtagskandidat im Wahlkreis Biberach

Von Markus Dreher

Ummendorf/Biberach - Ein Ummendorfer ist der Dritte im Bunde: Der Gemeinderat und ehrenamtliche Bürgermeister-Stellvertreter Thomas Dörflinger, zugleich Mitglied im Kreistag, will sich im Frühjahr 2016 in der Nachfolge von Peter Schneider für die CDU um einen Sitz im Landtag bewerben. Nach Petra Romer-Aschenbrenner und Peter Diesch hat der 45-Jährige jetzt seine parteiinterne Bewerbung für die Nominierung als CDU-Kandidat im Wahlkreis Biberach bekannt gegeben.

Der langjährige Landtagsabgeordnete Peter Schneider stellt sich nicht erneut zur Wahl. Die Kreis-CDU legt am 29. April fest, wen sie ins Rennen um den Sitz im Stuttgarter Parlament schicken wird.

Thomas Dörflinger führt seine Wirtschafts- und Finanzkompetenz ins Feld. Der Diplom-Betriebswirt (FH) und Bankkaufmann kündigt an, sich im Fall seiner Wahl für solide Finanzen und einen starken Mittelstand einzusetzen. Das schließt für ihn die bäuerliche Landwirtschaft ein. Dörflinger arbeitet bei der Kreissparkasse in Biberach. Beruflich in der Stadt, wohnhaft in Ummendorf und für den Wahlkreis Biberach-Land im Kreistag - "dadurch habe ich gute Einblicke, was im ländlichen Raum und in der Stadt benötigt wird", sagt Dörflinger. "Ich glaube, dass ich beides gut verknüpfen kann."

Jugend und Senioren im Blick
Die Stärkung des ländlichen Raums "in allen Facetten" sei ihm ein Anliegen. Er möchte sich dafür einsetzen, dass sowohl jungen Menschen wie Senioren eine gute Perspektive geboten bleibt. Nicht zufällig hatte Dörflinger im Kommunalwahlkampf 2014 in Ummendorf eine Veranstaltung mit dem Kreisseniorenrat mit organisiert.

Dörflinger ist überzeugt, dass er im Fall einer Nominierung bei jungen Wählern punkten könnte: "Ich glaube, dass ich guten Kontakt zu jungen Erwachsenen habe", sagt der 45-Jährige, der damit der jüngste unter den drei bisher bekannten Anwärtern auf das CDU-Ticket ist. Der gebürtige Laupheimer ist verheiratet, seine Frau erwartet demnächst Nachwuchs.

Dörflinger gehört seit einem Vierteljahrhundert der CDU an und ist stellvertretender Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Ummendorf. Noch stärker als in der Gremienarbeit hat sich der Sohn des früheren Ummendorfer Bürgermeisters Hermann Dörflinger indes für die Organisation von Veranstaltungen wie den "Talk im Schloss" eingesetzt und immer wieder prominente Politiker als Redner zu aktuellen Themen gewonnen.

Dörflinger verweist auf seine lange kommunalpolitische Erfahrung. Im Mai 2014 wurde er mit einem sehr guten Ergebnis in den Biberacher Kreistag gewählt. "Das hat mich bestärkt", sich jetzt um das Wahlkreismandat im Landtag zu bemühen. Die Entscheidung sei wohlüberlegt, er habe im Vorfeld zahlreiche Gespräche geführt. Dem Ummendorfer Gemeinderat gehörte Dörflinger von 1999 bis 2009 an, nach einem berufsbedingten Verzicht ist er seit Sommer 2014 erneut Gemeinderat und erster ehrenamtlicher Stellvertreter des Bürgermeisters.

Ehrenämter am liebsten behalten
Sollte er Landtagsabgeordneter werden, würde er trotzdem "die Ehrenämter sehr, sehr gerne weiterführen", sagt Dörflinger mit Blick auf die Wechselwirkungen zwischen Landes- und kommunaler Ebene. Allerdings äußerte er sich vorsichtig, dass er schwer abschätzen könne, wie sich alles unter einen Hut bringen lässt.

Thomas Dörflinger übt noch weitere Ehrenämter außer den kommunalpolitischen aus: Er ist Vorsitzender des Stiftungsrats der Ummendorfer Bürgerstiftung und Aufsichtsrat der Ummendorfer Bürgerenergiegenossenschaft. Neben seinem Job bei der Kreissparkasse hat er einen betriebswirtschafltichen Lehrauftrag an der Dualen Hochschule am Standort Ravensburg.

Seinen Parteifreunden wolle er im Vorfeld der Nominierungsversammlung keine Wahlversprechen machen, schreibt Dörflinger in einer Pressemitteilung, "weil das nicht meine Art ist". Als Abgeorndeter würde er sich "wie bisher an klaren Überzeugungen" orientieren.


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Ausgabe Biberach - 21.01.2015