Rund 110 neue Mitglieder im Kreisverband - 21.4.15

Interview: "Es sind rund 110 Mitglieder neu in die CDU eingetreten"
Kreisgeschäftsführerin Angela Kuon bestätigt viele Neueintritte vor der Nominierung des Landtagskandidaten


Biberach - Bei der CDU im Alb-Donau-Kreis schlagen derzeit die Wogen hoch, weil vor der Nominierung des Kandidaten zur Landtagswahl ein Schreiben kursierte, das zum Eintritt in die Partei und zur Unterstützung eines bestimmten Kandidaten aufforderte. Verbunden war dies mit dem Hinweis, man könne ja auch gleich wieder austreten, wenn man den Mitgliedsbeitrag sparen wolle, was zu heftigen Debatten über eine "Aufforderung zum Wahlbetrug" führte. Derartige Diskussionen gibt es vor der Nominierungsversammlung der CDU im Wahlkreis Biberach zwar nicht, aber auch hier registrierte Kreisgeschäftsführerin Angela Kuon in den vergangenen Wochen viele Neueintritte, wie sie im Gespräch mit SZ-Redakteur Gerd Mägerle sagt.

Frau Kuon, mehren sich beim CDU-Kreisverband vor der Nominierungsversammlung am 29. April in Schemmerhofen die Parteieintritte genauso wie im Nachbarkreis?
Man kann die Situation zwischen dem Alb-Donau-Kreis und dem Kreis Biberach nicht direkt vergleichen. Aber es stimmt: Auch bei uns im Landkreis sind in den vergangenen Wochen bzw. im Jahr 2015 rund 110 Mitglieder neu in die CDU eingetreten. Wobei es im Nachbarkreis ja mehr als 300 waren.

Stehen diese Eintritte in direktem Zusammenhang mit der Nominierungsversammlung oder sogar einem der Kandidaten?
DieMotivation, in die CDU einzutreten, ist am größten, wenn die Mitwirkung an wichtigen Entscheidungen unmittelbar möglich ist. Als beispielsweise 2008 Oswald Metzger bei der Biberacher CDU seinen Hut als möglicher Bundestagskandidat in den Ring warf, sind rund 200 neu bei uns eingetreten.

Um nach der Nominierung wieder auszutreten, so wie es in dem Schreiben vorgeschlagen wird, das im Alb-Donau-Kreis kursierte?
Nein, die wenigsten dieser 200 Neuen sind damals anschließend wieder ausgetreten. Ich glaube auch nicht, dass dabei der Mitgliedsbeitrag die ausschlaggebende Rolle spielt. Der beträgt bei uns mindestens fünf Euro im Monat.

Werben denn die drei Kandidaten, die in den Landtag wollen, im Kreis Biberach um neue CDU-Mitglieder?
Wir habeninzwischen zehn interne Kandidatenvorstellungen im Landtagswahlkreis abgehalten, bei denen sich die Bewerber um das Mandat präsentiert haben. Und alle drei haben natürlich auch um Neumitglieder geworben. Das halte ich aber für absolut legitim und wichtig für die CDU. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied. Außerdem hat jeder Bewerber die Möglichkeit, alle CDU-Mitglieder im Wahlkreis ein Mal per Brief anzuschreiben, um für sich zu werben. Das passiert aus Datenschutzgründen zentral über die Kreisgeschäftsstelle.

Wie viele Mitglieder hat der CDU-Kreisverband Biberach aktuell?

Derzeit sind es rund 1400. Wobei man bei der Landtagswahl zwischen dem Wahlkreis Biberach und dem Wahlkreis Wangen differenzieren muss, zu dem auch einige Gemeinden aus unserem Landkreis gehören (Berkheim, Dettingen an der Iller, Erolzheim, Kirchberg an der Iller, Kirchdorf an der Iller, Rot an der Rot und Tannheim; d. Red.). Rund 1290 der mehr als 1400 Mitglieder nominieren den Kandidaten im Wahlkreis Biberach. In diesem Bereich hatten wir auch die meisten Neueintritte.


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Ausgabe Biberach - 21.4.2015