Geradeaus quergedacht, wie geht katholisch heute? - 2017

Vortrag von Prälat Dr. Wilhelm Imkamp in Mittelbiberach

Nachdenklicher Vortrag von Prälat Dr. Wilhelm Imkamp (Mitte) mit der CDL-Vorsitzenden
Margret Biechele.

Die Nachricht Ende Juli vom Rücktritt von Prälat Dr. Wilhelm Imkamp von der Wallfahrtsdirektion in Maria Vesperbild nach 29 Jahren aus gesundheitlichen Gründen verlieh seinem Vortrag im Schloß Mittelbiberach eine besondere Bedeutung. Da der Prälat auch Mitherausgeber der „Thurn und Taxis Studien, Neue Folge“ ist, besteht die Möglichkeit, dass er in dieser Funktion im Schloss St. Emmeram in Regensburg wohnen wird. Die Anwesenheit von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis - zur Freude der Zuhörer - beim Vortrag im Schloß Mittelbiberach weist in diese Richtung.

Der engagierte Theologe und Dogmenhistoriker Imkamp sparte nicht mit Kritik an der Verweltlichung der Kirche, von Klerus und Gläubigen, an der „Zeitgeistbesoffenheit und am „Schlafwagen-Katholizismus“, der auf dem Abstellgleis stehe. Bereits vor 2000 Jahren habe Christus gegen den Zeitgeist der damaligen Epoche mit der göttlichen Verehrung des Kaisers angekämpft und die Wahrheit des Evangeliums von der Existenz des einen Schöpfergottes und der Frohbotschaft vom ewigen Leben der Gläubigen verkündet. Eine Staatskirche befinde sich wegen ihrer Nähe zum Staat immer in Gefahr politisch erpreßbar zu sein. Zugleich beklagte er den Kulturverfall durch die Vernachlässigung der Verkündigung im Zuge der Kapitulation vor dem Zeitgeist, denn die Kirche habe jahrhundertelang als Kulturträgerin gewirkt, Gott und Schönheit gehörten zusammen!

Es fehlt der Mut für klare Bekenntnisse

Die Ursache für die atheistischen Ideologien der Neuzeit sah er in der Aufklärung und der französischen Revolution mit dem ersten Massenmord an Christen in der Vendeé und die
„Gender-Ideologie“ sei nichts anderes als die biologische Version der französischen Revolution. Heute fehle es oftmals am Mut, klare Bekenntnisse auszusprechen. Er kritisierte: „Vertreter der katholischen Kirche scheinen die Klarheit heute so zu scheuen wie früher der Teufel das Weihwasser und wenn sie etwas sagen, dann nur unter dem Motto: einerseits und andererseits und außerdem.“

Prälat Imkamp ermutigte die CDL-Mitglieder, weiter gegen die Abtreibungspraxis und die Tötung ungeborener Kinder mobil zu machen, denn wer heute die Abtreibung zulasse, fordere morgen die Euthanasie.

(Von Margret Biechele, CDL-Kreisvorsitzende)