Sachstand über Flüchtlingsunterbringung im Landkreis Biberach - 27.4.17

Sozialdezernentin Petra Alger vom Landratsamt informiert Frauen Union

Petra Alger. Foto: Landratsamt Biberach

Ende des Jahres 2015 kam ein großer Flüchtlingsstrom nach Deutschland. Auch der Landkreis Biberach musste kurzfristig eine Vielzahl an Hilfe suchenden Menschen aufnehmen. Doch das Landratsamt Biberach hat sich innerhalb kürzester Zeit so effektiv organisiert, dass man mit der Situation des plötzlichen Ansturms gut fertig geworden ist.

Um mehr darüber zu erfahren, hat die Frauen Union die Sozialdezernentin vom Dezernat „Soziales, Jugend und Gesundheit“ vom Landratsamt Biberach, Frau Petra Alger eingeladen. Sie ist auch zuständig für das Amt „Flüchtlinge und Integration“ und konnte daher aus erster Hand informieren. So wurde z.B. gleich von Anfang an darauf geachtet, dass die Flüchtlinge dezentral untergebracht wurden. Dadurch konnte schon im Vorfeld einiger Ärger vermieden werden. Im Landkreis musste keine einzige Turnhalle belegt werden.

Die gesetzliche Änderung im §12a AufenthG und die Ausführungsbestimmungen des Landes BaWü (Wohnortauflage) wirken positiv. Das bedeutet, dass die Flüchtlinge auch nach der Anerkennung an dem Ort bleiben müssen, wo sie anerkannt wurden. Somit wird eine Gettoisierung vermieden. Entgegensteuern kann hierbei vor allem auch die Integration. Den Mitarbeitern vom Landratsamt war es wichtig, dass beispielsweise die Kinder gleich in den Kindergarten kommen. Es befinden auch bereits ca. 500 Flüchtlinge in einem Beschäftigungsverhältnis bzw. in der Berufsausbildung. Diese werden von Betrieben gerne genommen, da das Integrationsgesetz auch die Sicherheit verspricht, dass die Flüchtlingen während der Ausbildung auf jeden Fall in Deutschland bleiben dürfen und sogar noch zwei weitere Jahre in Folge.

Bildung ist der wichtigste Weg zur Integration

Die schulische Versorgung gestaltet sich allerdings etwas schwierig, da es nicht genügend Kapazitäten gibt. Ca. 70% der Flüchtlinge sind unter 30 Jahre. Im Jahr 2016 besuchten ca. 850 Flüchtlinge die Schule. Das Landratsamt ist sehr daran interessiert, denn Bildung ist der wichtigste Weg zur Integration!

Im Februar 2016 wurde die Balkan-Route geschlossen, was auch in Biberach spürbar war. Allerdings bedeutet das nicht, dass dies das Ende der Flüchtlingswelle ist. Anfang des Jahres 2017 leben ca. 3400 Flüchtlingen im Landkreis Biberach. Die meisten der geflüchteten Menschen kommen aus Syrien. Viele der Gemeinschaftsunterkünfte wurden mittlerweile aufgelöst. Die Gemeinden sind jetzt in der Pflicht sich um die Anschlussunterbringung zu kümmern.

In der anschließenden Diskussion mit den Frauen der Union und den anwesenden Gästen, erklärte Frau Alger, dass heute viel mehr auf eine schnelle beginnende Integration geachtet wird. Bei Flüchtlingen, die vor ca. 5 Jahren kamen, war das leider nicht so. Das mag wohl unter anderem daran liegen, dass der Bund aktuell noch mehr Mittel zur Verfügung gestellt hat. Die Sprachkurse werden vom Bundesland finanziert. Sprachkurse sind der Grundstein für Alles. Die Vorsitzende der FU, Isolde Weggen bedankte sich im Namen aller Anwesenden bei der Referentin für den sehr informativen und fundierten Vortrag.

(Text von Elisabeth Wiedemann, Pressereferentin)