Sind die 10 Gebote noch zeitgemäß? -

Prälat Franz Glaser referiert in Äpfingen über christliche Politik

Prälat Franz Glaser (rechts) hier mit Hans Rapp aus Schemmerhofen.

…und was haben diese mit der Politik zu tun? Was die zehn Gebote mit der Politik zu tun haben, schilderte Prälat Franz Glaser in seinem Vortrag im Adler Äpfingen, wo er von der Frauen Union Biberach eingeladen wurde. Der gebuchte Saal platzte aufgrund der vielen Zuhörer schnell aus allen Nähten und die lauen Temperaturen machten es möglich, dass alle Interessierten im Biergarten des Gasthauses Platz nahmen. Dort ließ es sich angenehm verweilen und gespannt den Worten des Prälates folgen.

„Die zehn Gebote sind deshalb so kurz, weil sie ohne Einwirkung von Juristen zustande gekommen sind.“ Allerdings ist eines sicher: Umstritten waren diese schon immer. Das Wichtigste aller Gebote ist: Du sollst dem Herrn, deinem Gott dienen. Dieses sollte auch jeder Politiker, in welcher Form auch immer er tätig ist, im Hinterkopf haben, wenn er politische Entscheidungen trifft. Denn wer so handelt, kann sich sicher sein: Gott hat sein Volk nie verlassen. Die 10 Gebote sind auch keine Einschränkung sondern ein Geschenk Gottes an die Menschen! Doch leider – so nimmt der Prälat aktuell einen Trend wahr – wird der Glaube immer mehr Privatsache und spielt im öffentlichen Leben keine Rolle mehr. Die Folge ist, dass es keine christliche Politik mehr gibt. Aber von Christen verantwortete Politik!

Es gibt keine christliche Politik mehr

Um dies zu ändern ist der einzige Weg der, dass wir bei uns selbst beginnen und den Glauben auch wieder öffentlich leben. So wie beispielsweise Konrad Adenauer es getan hat. Er hat als Christ gelebt. Immer, aber gerade auch vor wichtigen Entscheidungen hat er den Gottesdienst besucht oder ist zum Beten in die Kirche gegangen. Denn wer den Glauben im Herzen trägt, dessen Handeln ist automatisch politisch klar. Christen müssen führen, aber sollten trotzdem darauf achten, dass sie wählbar bleiben. Und es hat sich schon so oft bewährt: denn bei Katastrophen haben meist „Christen den Karren aus dem Dreck gezogen.“

Doch heute meinen laut Prälat Glaser viele, dass es keine soziale Kontrolle mehr gibt. „Aber“ so Glaser „das stimmt nicht! Denn wer nicht ist wie die anderen, fällt sofort negativ auf.“ Das fällt schon bei der Meinungsfreiheit auf: Passt die Meinung nicht zum Mainstream, kann man es oft nicht sagen. “Und momentan“ beobachtet Glaser „ist der Mainstream eben, dass es sich ohne die Kirche besser leben lässt.“ Doch es scheint eine verkehrte Welt zu sein. Schaut man sich zum Beispiel den Tierschutz an, sei es natürlich Aufgabe des Menschen sich um das Wohl der Tiere zu kümmern. Doch die Vorschriften seien teilweise irreführend. Eine trächtige Kuh darf beispielsweise nicht geschlachtet werden, da sie ein Kälbchen in sich trägt, dass dann ebenfalls sterben würde. Bei uns Menschen sind Abtreibungen zugelassen.

Politiker müssen sich für Familien einsetzen

Es ist laut Prälat Glaser die Aufgabe der Politiker, sich für die Familien einzusetzen. Denn es geht um den Menschen selbst. Die Kirche hat dies schon lange getan, indem sie den Ehebund zum Sakrament erhoben hat.

Prälat Glaser appelliert an die vielen interessierten Zuhörer: „Christen müssen sich engagieren, sonst werden wir ein heidnisches Land! Machen Sie den Sonntag wieder zum Sonntag und nicht zum Wochenende.“ Das heißt man soll dem Sonntag ein Gesicht geben. An diesem Tag sollen keine handwerklichen Arbeiten verrichtet werden. Am Sonntag sollte man auch in sich gehen, dankbar sein, den Gottesdienst besuchen. Seien Sie als Christ erkennbar. Die Unterstützung vom Umfeld ist hilfreich. Ganz am Schluss ist das Gute immer stärker als das Böse. Denn der Herrgott lässt sich nicht die Welt aus der Hand nehmen.

(Text von Elisabeth Wiedemann, Pressereferentin Frauen Union)