Senioren Union besucht Gemeinde Schemmerhofen -

Prälat Franz Glaser (links) berichtet über die um 1400 erbaute Wallfahrtskirche „Aufhofener Käppele“ und ihre sehenswerten Außenanlagen.

von Hans Rapp, Kreisvorsitzender der Senioren Union

In unserem Jahresprogramm steht regelmäßig der Besuch von Schlössern, Burgen, Klöster, Kirchen und Museen. Besuche von Firmen aus Handwerk und Industrie oder soziale und kommunale Einrichtungen sowie Veranstaltungen zu politischen Themen sind für unsere Mitglieder ebenfalls immer interessant.

Im Sommer stand der Ausflug ins nahe Schemmerhofen auf dem Programm. 1972 wurden die schon fast zusammengewachsenen Gemeinden Aufhofen und Langenschemmern zur heutigen Zentralgemeinde Schemmerhofen zusammengeführt und ist mit den Ortschaften Altheim, Alberweiler, Aßmannshardt, Ingerkingen und Schemmerberg und fünf Weilern die größte Landgemeinde im Kreis Biberach und zählt 8.200 Einwohner.

Eine besondere Stellung hat die Wallfahrtskirche „Aufhofener Käppele“ aus dem 15. Jahrhundert. An Wallfahrtstagen wie am 26. Juli, das Anna-Fest, ist das Gotteshaus randvoll. Fast 100 Jahre war der französische Orden, die Oblaten (OMI) im Kloster zu Hause und im Oberschwäbischen das letzte Männerkloster. Vor kurzem wurde das Kloster aufgelöst, leider.

Ich begrüßte bei der Mariensäule am Eingang zur Klosteranlage Herrn Prälat Franz Glaser, ein gebürtiger Aufhofer und Herrn Pater Sunil, ein Priester aus Indien, sowie unsere 46 Teilnehmer ganz herzlich. Prälat Glaser ging auf die Besonderheiten der schönen Anlage mit den 7 Kapellen „der 7 Schmerzen Mariens“ ein, sowie der bekannten Schwabenkapelle mit den Schwabenseligen und neuerdings der Schwester Ulrika. Die schöne Lourdesgrotte wird ebenfalls viel beachtet und rundet den Bereich ab.

Hauptamtsleiter Alfons Link (links) erläutert die Wirkungsweise des Elektrizitätswerks der ehemaligen Mittelmühle. © Fotos von Wolfgang Gairing



Danach nahmen wir in der Kirche Platz, um dem Vortrag von Prälat Franz Glaser zum Thema „Situation der Christen heute“ zu folgen. Wo stehen wir Christen im Vergleich zu anderen Religionen? Wie steht es mit der Ökumene, Katholik, Protestant, nach 500 Jahren Reformation durch Martin Luther? Es ist derzeit schwierig in Zeiten eines noch nie da gewesenen Wohlstandes auf christliche Werte zu achten. Der Gottesdienstbesuch ist in Deutschland massiver zurückgegangen und liegt derzeit bei unter 10%. Auch die Beerdigungskultur hat sich sehr stark verändert. Die derzeitige Genderideologie verheiße auch nichts Gutes, vor allem die Kinder sollen davor geschützt werden. Die Ehe von Mann und Frau mit Kindern ist nach unserem christlichen Verständnis durch nichts zu ersetzten, so Prälat Glaser. Auch die CDU sei wieder gefordert, Werte und Traditionen zu schützen - dies sollte bei Wahlen Thema sein. Eine Andacht und Gesang rundete den Besuch in der Klosterkirche ab.

Werte und Traditionen schützen

Unsere nächste Station war der neu angelegte Mühlbachpark mit der Fischtreppe und dem kleinen aber gut funktionierenden Elektrizitätswerk der ehemaligen Mittelmühle. Hauptamtsleiter Alfons Link erläuterte die Wirkungsweise des Werkes, beim Bau des Projekts stand die EnBW hilfreich zur Seite. Früher gab es in Schemmerhofen drei Getreidemühlen und eine Ölmühle. Die Fischtreppe kam auch durch den umgeleiteten Mühlbach mit dem Kanal zustande. Leider waren gerade keine Fische zu sehen. Auch dies war eine informative Besichtigung und für viele etwas unbekanntes Neues.

Danach ging es weiter zur Besichtigung der ältesten Pfarrkirche im Kreis „St. Mauritius“ aus dem 12. Jahrhundert im früheren Ort Langenschemmern. 1973 wurden Wandbilder aus der Zeit um 1300 wieder freigelegt und sind teilweise sehr gut erhalten. Die Mesnerin Rosa Weichenberger erklärte uns die Kirche sehr umfangreich und kurzweilig. Durch die Renovation vor einigen Jahren ist dieses Kleinod wieder ein Schmuckstück für die Gemeinde geworden. Als schönen Abschluss hat uns Frau Gawaz mit einem Kirchenlied am Harmonium begleitet.

Es war ein unterhaltsamer interessanter Ausflug in ein Dorf im Landkreis. Im Gasthaus „Alter Bahnhof“ war der gemütliche, gesellige Abschluss des leerreichen Nachmittags. Ich bedankte mich ganz herzlich mit einem Präsent bei Prälat Franz Glaser, Hauptamtsleiter Alfons Link und Mesnerin Rosa Weichenberger für Ihre informativen Vorträge. Ein Dankeschön auch an alle Teilnehmer fürs Dabeisein und das angenehme Miteinander.