Senioren Union taucht in die Lebenswelt der Kelten ein -

Wissenswertes und Interessantes im Freilichtmuseum Heuneburg

Zu Beginn der zweistündigen Führung erhalten die Senioren einen Überblick über das weiträumige Freilichtmuseum.

Unser Halbtages-Herbstausflug Mitte Oktober führte die 38 Teilnehmer zum Freilichtmuseum Heuneburg bei Herbertingen-Hundersingen. Schon bei der Hinfahrt erkennt man auf den Höhenrücken ostwärts von Hundersingen und oberhalb der Donau die 80 Meter lange weiße Mauer des Freilichtmuseums. Am Einlass wurden wir von unserem Museumsführer zur fast zweistündigen Führung begrüßt.

Als Erstes wurde uns Grundlegendes zur Heuneburg in seiner historisch interessanten Landschaft mit den mächtigen Wallanlagen und Grabhügeln und von der Bedeutung der Heuneburg für die Kelten erklärt. Vor 2.500 Jahren zur Zeit der frühen Kelten, lag hier in Oberschwaben die älteste Stadt nördlich der Alpen. Beim Rundgang durch die Wallanlage und zu den Gebäuden, an den bebilderten und beschriebenen Stationen erklärte unser Museumsführer, selbst Archäologe, die hochinteressante Geschichte der Kelten. Von Ostfrankreich bis Böhmen war Europa von Kelten bevölkert. An einigen Orten errichtete eine reiche Oberschicht weithin sichtbare Zeichen ihrer Macht und ihres Reichtums.

Der archäologische Fundplatz Heuneburg liefert kostbare Einblicke in die Vergangenheit der keltischen Stadt an der Donau. © Fotos von Wolfgang Gairing

Heuneburg ist eine der wichtigsten Fundstellen in Mitteleuropa

Eines dieser Fürstensitze ist die Heuneburg und gilt als eine der Entstehungsorte der Keltischen Kunst und Kultur. Die bisher entdeckten Bauten, Schmuckstücke und Ausrüstungsgegenstände sind einzigartig. Dies trifft ganz besonders auf die reichen Grabbeigaben an dem bekannten Fürstinnengrab zu, welches vor wenigen Jahren in der Nähe der Heuneburg entdeckt wurde. Doch viele Rätsel sind noch zu lösen und lassen sich nur archäologisch erforschen und auswerten.

Die Bautechnik ist aus dem Mittelmeerraum wohl bekannt, nördlich der Alpen ist sie einzigartig. Die Festungs-Mauer besteht aus luftgetrockneten Lehmziegeln auf einem Kalksteinsockel. Zusammen mit mehreren Gebäuden im Innern der Anlage, wie Werkstatt, Wohnhaus und Speicher wurde sie originalgetreu wiederaufgebaut und gibt heute Einblick in das Leben vor 2.500 Jahren. Die Gesellschaft für Archäologie hat damit die Verantwortung für eines der aufregendsten Denkmale in Baden-Württemberg übernommen.

Dieser Nachmittag auf den Spuren der Vergangenheit hat alle Teilnehmer fasziniert. Unser kompetenter Museumsführer hat uns die Geschichte der Kelten eindrucksvoll nahegebracht und zu einem besonderen Erlebnis werden lassen. Mit einem herzlichen Dankeschön haben wir uns verabschiedet. Im Anschluss trafen wir uns im gemütlichen Gasthaus „Adler“ in Hundersingen zur obligatorischen Einkehr.