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CDA diskutiert über Rente, Pflege und Demografie - 28.01.19

(vlnr.): Marc Zinser, Heinz Wiese ex-MdB vom Vorstand CDA-Kreisverband Alb-Donau, Thaddäus Kunzmann, Marlene Gegenbauer, Winfried Plötze, Markus Schraff, CDA-Bezirksvorsitzender Württemberg-Hohenzollern. Foto: CDA-Bezirk Württemberg-Hohenzollern 

Baden-Württemberg ist eines der wenigen Bundesländer, dessen Bevölkerung bis 2045 noch wachsen wird, das aber vor allem durch Zuwanderung. „Denn auch, wenn die Quote der Kinder pro Frau hier mit 1,57 überdurchschnittlich in den letzten Jahren hoch geworden ist, wird diese Quote allein nicht ausreichen, um die Bevölkerung stabil zu halten.“ so Thaddäus Kunzmann, Landes-Demografie-Beauftragter auf einer Veranstaltung der CDA im Bezirk Württemberg-Hohenzollern in Biberach zum Wochenanfang. Aber gerade in Baden-Württemberg zeige sich schon jetzt ein großer Fachkräftemangel. Die Erwerbstätigenquote liege wie in ganz Deutschland bei etwa 80 % und ist nur in Schweden noch höher.

Im Kreis Biberach gebe es Kommunen, die eher wachsen, daneben andere, deren Bevölkerung bis 2035 eher abnehmen werden. Und es ist auszurechnen, dass auch im Kreis nimmt der Anteil der über 80-jährigen von Jahr zu Jahr zunehme. „Wir müssen uns alle mit der demographischen Entwicklung auseinander setzen“, so der CDA-Kreisvorsitzende Marc Zinser.


Das schaffe einige Handlungsfelder, denen man sich stellen müsse, erläuterte Kunzmann. Da sei zum einen der Wohnungsbau und das altengerechte Wohnen. Wohnungsmangel betreffe vor allem auch den ländlichen Raum, da für Familien mit Kindern eher die Landgemeinde attraktiv sei. Nur erlebe auch die Baubranche einen Fachkräftemangel. Da sei zum nächsten das daraus folgende Thema Mobilität. Und hier müssen auch die öffentlichen Verkehrsmittel besser ausgebaut und altengerechter werden. Da seien die Handlungsfelder „Nachbarschaft, ehrenamtliches Engagement“. Hier sollten die Fördermaßnahmen gebündelt werden, um es zielgerichteter einzusetzen. Dann bedarf es unbedingt einer flächendeckenden Breitbandversorgung. Die weiteren Handlungsfelder seien Gesundheit, Prävention und Pflegebedürftigkeit. Wenn nur alle über 65 einen Monat später auf Pflege angewiesen wären ersparte es den Sozialkassen 50 Mio. Euro, so Kunzmann.


Marlene Gegenbauer, Regionaldirektorin des Regionalzentrums Ravensburg der Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg (DRV), gab einen Überblick über unsere gesetzliche Rente. Im Gegensatz zu der weitverbreiteten Annahme lag der Rentenbeitragssatz nie über 19,9%. Der Jahresetat der DRV liege mit knapp 300 Mrd. EURO fast so hoch wie der Bundeshaushalt, das Sozialbudget in Deutschland liege bei etwa 1000 Mrd. Euro. Das Rentenniveau sei von gut 57% in 1980 auf derzeit etwa 48%, jeweils vor Steuern gesunken. Das liege aber letztlich vor allem daran, dass die Löhne und Gehälter in Deutschland hoch seien, denn das Rentenniveau gebe nur das Verhältnis der Durchschnittsrente zum Durchschnittslohn wieder. Gegenbauer erinnerte auch an das Prinzip unseres Umlagesystems, in dem sich die Höhe der Rente nach der Höhe der während des Versicherungslebens durch Beiträge versicherten Arbeitsplätze und Arbeitseinkommen richte.


Zum Handlungsfeld „Pflege“ berichtet Winfried Plötze, Landesgeschäftsführer Barmer Baden-Württemberg aus dem BARMER-Pflegereport. „Wenn wir vom Pflegenotstand sprechen, dann dürfen wir nicht nur an die Fachkräfte denken. Die Familie ist der größte Pflegedienst, in Baden-Württemberg werden die meisten Pflegebedürftigen daheim versorgt und laut unserer Hochrechnung sind 21.800 Pflegende kurz davor, diesen Dienst einzustellen. Wenn diese Säule wegbricht, dann kollabiert das System. Es ist wichtig, dass pflegende Angehörige auch sich selbst pflegen und Hilfe bekommen“, sagte Winfried Plötze.

(Text von Marc Zinser)

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