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Friedrich Merz spricht auf der Zunftfeier in Isny - 15.7.19

© Fotos von Marc Zinser

In seiner Heimat im Sauerland ist gerade Schützenfest. Dennoch hat er es sich nicht nehmen lassen, der Einladung des CDU-Kreisvorsitzenden von Ravensburg, Christian Natterer ins Festzelt am Rain auf die Zunftfeier im Rahmen des Kinder- und Heimatfestes in Isny im Allgäu zu folgen.

60 Gesellen, 6 Meister haben ihre Briefe ausgehändigt bekommen. Ein Frisörmeister wurde für den Goldenen, für 50 Jahre Meister, ein Glasermeister sogar für 60 Jahre geehrt. Zunftrat Hubert Albrecht eröffnete die Feier. Zunftmeister Karl Christ und Bürgermeister und Rainer Magenreuter führten durch das Programm, welches von der Isnyer Stadtkappelle unter der Leitung von Dirigent Thomas Herz, gleichzeitig Stadtmusikdirektor, umrahmt wurde.

In etwa 20 minütiger Rede beschrieb Friedrich Merz seine politischen Ansätze, begeisterte das Publikum, darunter auch die Bundestagsabgeordneten Josef Rief und Axel Müller, der Landtagsabgeordnete August Schuler und der Europaabgeordnete Norbert Lins. Er, Merz, sei im schönsten Teil Deutschlands - und mit Augenzwinkern schob er nach: "...nach dem Sauerland."

Die Welt verändere sich in einem immer rasanteren Tempo. Er sehe einschneidende Ereignisse, zum einen den Brexit, zum anderen die Wahl Trumps zu Us-Präsidenten. Der verstehe nur eine einzige Sprache: klare Ansage und das dann auch tun! Dazu brauchten wir ein Europa, welches auf Augenhöhe agiere. Es habe diese klare Ansage einmal gegeben, nämlich als Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nach Washington flog, nachdem Trump mit Zollerhöhungen auf europäische Autos drohte. Juncker habe Trump klar die Gegenmaßnahmen aufgezählt, Zölle auf amerikanische Motoräder und vieles andere mehr. Diese Ansage bei Geschlossenheit aller Mitgliedstaaten hätte das Abwenden dieser Maßnahme ermöglicht. Als Ergebnis seien bis heute Trumps Drohungen nicht umgesetzt. Um so klar agieren zu können, brauche es ein einiges Europa.

Natürlich könne man Kritik üben an den Personalentscheidungen in Brüssel, auch an einzelnen Personen, die jetzt für europäische Spitzenämter vorgeschlagen werden. Aber der Vorwurf einer undemokratischen Hinterzimmerkungelei der Staats- und Regierungschefs gehe an der Sache vorbei. Die demokratisch gewählten Staats- und Regierungschefs hätten dagegen genau das getan, was ihnen der Vertrag vorgebe: Nach Beratungen mit dem Europaparlament hätten sie Personen vorgeschlagen, die in ihren Augen geeignet sind, die europäischen Spitzenämter auszufüllen.

Kissinger Satz „Deutschland sei zu groß für Europa, zu klein für die Welt“ gelte. Zu oft hätten die kleineren Staaten in der EU das Gefühl, dass Deutschland dominiere. „Wir stehen in einer Verantwortung, die über unser eigenes Land hinausgeht“, bekräftigt Merz. Um gemeinsam etwas zu bewegen, müsse Deutschland in Europa als Partner und Vermittler wahrgenommen werden.

Am Ende appellierte Merz, sich politisch zu engagieren. „Mir ist ein Sozialdemokrat, der sich engagiert, seine Stadt, sein Land nach vorne bringt, lieber als ein CDUler, der ständig meckert!“

Zum Dank für sein Kommen bekam Merz vom Isnyer Bürgermeister eine große Kuhglocke geschenkt, damit er sich in Berlin besser Gehör verschaffen könne. Die Bändselfarben Rot-Grün wollte Merz dem Schenker verzeihen. Es sind die Stadtfarben Isnys.

(Text und Fotos von Marc Zinser)

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